Eine Haartransplantation ist für viele Betroffene ein lebensverändernder Schritt. Damit der Eingriff erfolgreich verläuft und Sie das bestmögliche Ergebnis erzielen, ist eine gute Vorbereitung ebenso wichtig wie die richtige Nachsorge. In diesem Artikel erklären wir den gesamten Ablauf — von der ersten Beratung bis zum endgültigen Ergebnis.

Vor der Haartransplantation: Vorbereitung

Das Beratungsgespräch

Alles beginnt mit einem ausführlichen Beratungsgespräch in der Klinik. Dabei wird der Arzt:

  • Ihren Haarausfall analysieren: Ursache, Muster und Grad des Haarverlusts werden bestimmt.
  • Den Spenderbereich bewerten: Die Haardichte und Qualität im Spenderbereich (meist Hinterkopf) werden geprüft.
  • Die Methode empfehlen: Basierend auf Ihrer Situation wird die geeignete Methode (FUE, FUT oder DHI) vorgeschlagen.
  • Die Graft-Anzahl bestimmen: Wie viele Haarfollikel benötigt werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
  • Die Kosten besprechen: Transparente Aufklärung über den Gesamtpreis und ggf. Finanzierungsmöglichkeiten.
  • Die Haarlinie planen: Gemeinsam wird eine natürlich aussehende Haarlinie entworfen.

Tipp: Bringen Sie zum Beratungsgespräch Fotos mit, die zeigen, wie Ihre Haare früher aussahen. Das hilft dem Arzt bei der Planung einer natürlichen Haarlinie.

Medizinische Voruntersuchung

Vor dem Eingriff werden in der Regel Blutuntersuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Kontraindikationen bestehen. Informieren Sie den Arzt über:

  • Alle Medikamente, die Sie einnehmen
  • Allergien oder Unverträglichkeiten
  • Vorerkrankungen (insbesondere Blutgerinnungsstörungen)
  • Vorangegangene Operationen im Kopfbereich

Was Sie vor dem Eingriff beachten sollten

In den Tagen und Wochen vor der Haartransplantation gibt es einige wichtige Regeln:

  • 2 Wochen vorher: Kein Alkohol, keine blutverdünnenden Medikamente (z. B. Aspirin, Ibuprofen), kein Vitamin E in hohen Dosen.
  • 1 Woche vorher: Rauchen reduzieren oder bestenfalls einstellen — Nikotin verschlechtert die Durchblutung und damit die Einheilungsrate der Grafts.
  • 3 Tage vorher: Kein Minoxidil (Regaine) anwenden.
  • Am Vortag: Waschen Sie Ihre Haare gründlich mit einem milden Shampoo. Verzichten Sie auf Haarspray, Gel oder andere Stylingprodukte.
  • Am Morgen des Eingriffs: Frühstücken Sie leicht, ziehen Sie bequeme Kleidung an (am besten mit Knöpfen oder Reißverschluss, um das Überziehen über den Kopf zu vermeiden).

Der Tag des Eingriffs: So läuft eine Haartransplantation ab

Schritt 1: Vorbereitung und Anästhesie

Nach der Ankunft in der Klinik werden die zu behandelnden Bereiche markiert und die Haarlinie final festgelegt. Anschließend erfolgt die Lokalanästhesie des Spender- und Empfängerbereichs. Die Betäubung sorgt dafür, dass Sie während des Eingriffs keine Schmerzen verspüren. Viele Kliniken bieten eine sogenannte „Comfort-In-Anästhesie” ohne Nadeln an, die den Einstich nahezu schmerzfrei macht.

Schritt 2: Entnahme der Grafts

Je nach Methode unterscheidet sich die Entnahme:

  • FUE/DHI: Einzelne Haarfollikel werden mit einer feinen Hohlnadel (0,6–0,9 mm) aus dem Spenderbereich entnommen. Dieser Schritt dauert je nach Graft-Anzahl 2–4 Stunden.
  • FUT: Ein schmaler Hautstreifen wird aus dem Hinterkopf entnommen und unter dem Mikroskop in einzelne Follikeleinheiten zerlegt. Die Entnahme selbst dauert ca. 30–60 Minuten.

Schritt 3: Aufbereitung der Grafts

Die entnommenen Grafts werden von einem Spezialistenteam unter dem Mikroskop sortiert und in einer Nährlösung aufbewahrt. Dieser Schritt ist entscheidend für die Überlebensrate der Haarfollikel.

Schritt 4: Implantation

Die vorbereiteten Grafts werden in die kahlen Bereiche eingesetzt:

  • FUE: Zuerst werden mit einer feinen Klinge Kanäle in der Empfängerzone geöffnet, anschließend werden die Grafts eingesetzt.
  • DHI: Mit dem Choi-Pen werden Kanalöffnung und Implantation in einem Schritt durchgeführt.
  • FUT: Die Implantation erfolgt analog zur FUE-Methode.

Die Implantation ist der zeitaufwändigste Teil und dauert je nach Graft-Anzahl 3–6 Stunden. Während des gesamten Eingriffs können Sie Musik hören, Serien schauen oder sich entspannen.

Schritt 5: Abschluss

Nach der Implantation wird der Spenderbereich verbunden. Sie erhalten ausführliche Pflegeanweisungen, Medikamente (Antibiotikum, Schmerzmittel, abschwellendes Mittel) und einen Kontrolltermin.

Gesamtdauer des Eingriffs: 4–8 Stunden, je nach Methode und Graft-Anzahl.

Nach der Haartransplantation: Nachsorge und Heilung

Die richtige Nachsorge ist mindestens so wichtig wie der Eingriff selbst. Hier erfahren Sie, was in den Wochen und Monaten nach der Transplantation zu beachten ist.

Die ersten 3 Tage

  • Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper (ca. 45°), um Schwellungen zu minimieren.
  • Berühren Sie die transplantierten Bereiche nicht — auch nicht bei Juckreiz.
  • Vermeiden Sie körperliche Anstrengung, Bücken und schweres Heben.
  • Tragen Sie die verschriebenen Medikamente konsequent auf bzw. nehmen Sie diese ein.
  • Leichte Schwellungen im Stirnbereich sind normal und klingen nach 3–5 Tagen ab.

Tag 3–10: Die Krustenphase

  • Ab Tag 3 dürfen Sie die Haare vorsichtig mit einem speziellen Shampoo waschen (laut Klinikanweisung).
  • Es bilden sich kleine Krusten an den transplantierten Stellen — nicht kratzen oder abziehen.
  • Die Krusten lösen sich zwischen Tag 7 und 14 von selbst.
  • Der Spenderbereich heilt in der Regel schnell und ist nach 7–10 Tagen wieder unauffällig.

Woche 2–4: Shock Loss

Etwa 2–4 Wochen nach dem Eingriff fallen die transplantierten Haare aus — der sogenannte Shock Loss. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Die Haarfollikel bleiben in der Kopfhaut und beginnen nach einer Ruhephase, neue Haare zu produzieren.

Monat 2–4: Ruhephase

In dieser Phase passiert optisch wenig. Die transplantierten Follikel befinden sich in der Ruhephase (Telogenphase). Geduld ist jetzt gefragt — das Wachstum beginnt bald.

Monat 4–8: Das neue Haarwachstum beginnt

  • Die ersten neuen Haare werden sichtbar — zunächst fein und dünn.
  • Mit jedem Monat werden die Haare kräftiger und dichter.
  • Nach 6 Monaten sind bereits deutliche Ergebnisse erkennbar.

Monat 10–14: Das endgültige Ergebnis

  • Nach etwa 12–14 Monaten ist das volle Ergebnis der Haartransplantation sichtbar.
  • Die transplantierten Haare sind permanent und fallen nicht mehr aus.
  • Sie können die Haare ganz normal waschen, schneiden und stylen.

Allgemeine Tipps für die Nachsorge

  • Kein Sport für mindestens 2–3 Wochen nach dem Eingriff.
  • Keine Sauna, kein Solarium, kein Schwimmbad für 4–6 Wochen.
  • Keinen Helm oder enge Mütze tragen für mindestens 4 Wochen.
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden für 3 Monate — tragen Sie bei Bedarf einen lockeren Fischerhut.
  • Rauchen und Alkohol vermeiden für mindestens 2 Wochen — beides verschlechtert die Heilung.
  • Finasterid oder Minoxidil können nach Absprache mit dem Arzt begleitend eingesetzt werden, um den bestehenden Haarausfall zu verlangsamen.

Häufige Fragen zum Ablauf

Ist eine Haartransplantation schmerzhaft?

Dank der Lokalanästhesie ist der Eingriff selbst schmerzfrei. Nach dem Abklingen der Betäubung können leichte Schmerzen oder Spannungsgefühle auftreten, die mit Schmerzmitteln gut behandelbar sind.

Wie lange dauert die Krankschreibung?

Die meisten Patienten sind nach 2–3 Tagen wieder arbeitsfähig (bei Bürotätigkeit). Für körperlich anstrengende Berufe empfehlen sich 7–10 Tage Schonung. Viele Patienten legen den Eingriff auf einen Donnerstag oder Freitag, um das Wochenende als zusätzliche Erholungszeit zu nutzen.

Wie natürlich sieht das Ergebnis aus?

Bei einem erfahrenen Arzt und sorgfältiger Planung der Haarlinie ist das Ergebnis nicht von natürlichem Haarwuchs zu unterscheiden. Entscheidend sind die richtige Setzrichtung, der Winkel und die Dichte der transplantierten Haare.

Kann eine Haartransplantation wiederholt werden?

Ja, sofern im Spenderbereich noch ausreichend Haare vorhanden sind. Viele Patienten entscheiden sich nach einigen Jahren für eine zweite Sitzung, um weitere Bereiche aufzufüllen oder die Dichte zu erhöhen.


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